Wiesbaden (pressrelations) -
Erstes kroatisches „Twinning-Projekt“ im Umweltsektor unter hessischer Federführung - Projekt zur EU-Wasserrahmenrichtlinie hat am 1. September seine Arbeit aufgenommen
Wiesbaden, 3. September 2007, Nr. 509
„Während für viele Urlauber mit Ende der Reisezeit die Rückkehr beispielsweise aus dem schönen Kroatien ansteht, beginnt heute ein unter hessischer Federführung stehendes Umweltprojekt seine Arbeit in Zagreb. Ziel dieses Projektes ist es, an der Modernisierung der Umweltinfrastruktur des Landes beratend mitzuwirken. Trotz beachtlicher Fortschritte in den letzten Jahren ist die Kluft zwischen dem EU-Beitrittskandidaten im Westbalkan und den Umweltverhältnissen in Mitgliedsstaaten noch immer erheblich“, erklärte heute in Wiesbaden der Hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel anlässlich des Startes des ersten kroatischen „Twinnig-Projektes“ im Umweltsektor.
Mit dem zweijährigen Projekt zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie soll eine nachhaltige Entwicklung im Gewässerschutz angestoßen werden. Davon können auch hessische Umwelttechnologieunternehmen und Ingenieurbüros profitieren, die zunehmend Interesse am osteuropäischen Markt zeigen.
Deutschland und Kroatien verfügen innerhalb des Donau-Einzugsgebietes bereits über eine langjährige Tradition der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Das jetzt beginnende „Twinning-Projekt“ (Twinning=Zwilling) knüpft an die partnerschaftlichen Beziehungen an und wird sich schwerpunktmäßig mit dem Aufbau von administrativen Kapazitäten, der Verminderung von Wasserverschmutzung und Gesundheitsschäden, der Erhaltung der Biodiversität sowie der Förderung von Wirtschaftbeziehungen im Wasser-/Abwassersektor beschäftigen.
Aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung Kroatiens, des erheblichen Nachholbedarfes im Bereich der Umweltinfrastruktur sowie der im Vergleich zu Hessen ähnlichen Größe, bestehen für Kroatien gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Hintergrund:
Das Instrument des Twinnings wurde seitens der Europäischen Union (EU) vor genau zehn Jahren geschaffen und wird seitens der Beitrittsländer wie auch der EU als großer Erfolg gewertet. Vor dem Hintergrund der Globalisierung soll nach den Vorstellungen der EU-Kommission Twinning weiter ausgedehnt werden, auch mit Blick auf die Vermittlung europäischer Werte in der Welt.
Im Rahmen von Twinning-Projekten werden Experten aus EU-Mitgliedsstaaten in die Beitritts- bzw. Bewerberländer der EU entsandt. Dort arbeiten sie eng mit Mitarbeitern der jeweiligen Partnerbehörden bei der Umsetzung konkreter Probleme wie beispielsweise im Umweltbereich zusammen. Die Projektkosten werden in vollem Umfang aus EU-Mitteln finanziert. Das Hessische Umweltministerium hat sich im Laufe der letzte Jahre an siebzehn Projekten beteiligt.
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