Berlin (pressrelations) -
BURGBACHER: Bei Flugreisen nicht vom Boden der Vernunft abheben
05.03.2007
BERLIN. Zur Debatte um die Klimaschädlichkeit von Urlaubsflügen erklärt der tourismuspolitische Sprecher und Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion Ernst BURGBACHER:
Von allen Seiten wird derzeit angesichts des schädlichen CO2-Ausstosses beim Flugverkehr eine Verteuerung des Fliegens oder gar der Verzicht auf Flugreisen gefordert. Am lautesten tönen dabei diejenigen, die es selbst nicht betrifft. Das Reisen auch in ferne Länder ist die Verwirklichung eines Menschheitstraums. Es kann nicht angehen, dass nur mehr eine kleine Zahl Privilegierter in den Genuss einer Fernreise kommt, während eine Flugreise für den Normalbürger unerschwinglich wird.
Ich freue mich, dass immer mehr Deutsche Urlaub in Deutschland machen. Dies hängt mit der gestiegenen Attraktivität des Tourismusstandorts Deutschland zusammen. Aber auch zahlreiche ausländische Gäste besuchen Deutschland. Viele davon reisen selbstverständlich mit dem Flugzeug an. Ich warne daher davor, beim Thema Flugreisen vom Boden der Vernunft abzuheben.
Angesichts des Klimawandels ist es notwendig zu prüfen, wie den bedrohlichen Veränderungen des Weltklimas begegnet werden kann. Es ist nicht sinnvoll, Kurzstrecken mit dem Flugzeug zurückzulegen. Flugzeugindustrie und Luftverkehrsgesellschaften sind aufgefordert, Innovationen im Flugverkehr zu nutzen und die technischen Möglichkeiten zur Reduzierung von CO2 auszuschöpfen. Allein durch die Verringerung von Warteschleifen im Rahmen des „single European sky“, des einheitlichen europäischen Luftraums, lassen sich 12 Prozent des Schadstoffausstoßes vermeiden. Das Thema Kerosinbesteuerung muss im Zuge der Klimadebatte weltweit auf den Tisch. Nationale Alleingänge werden das Problem nicht lösen, sondern es nur verlagern. Klimawandel ist ein globales Phänomen, das eine globale Antwort braucht.